Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungspolitik ist den Millenniums-Entwicklungszielen und damit dem Ziel der Armutsbekämpfung verpflichtet.

Während der letzten fünf Jahrzehnte belief sich die deutsche bilaterale Zusammenarbeit mit Tansania auf rund 1,6 Milliarden Euro; heute ist das Land einer der wichtigsten Partner der deutschen Entwicklungspolitik in Afrika südlich der Sahara. Um deren Effektivität zu fördern und Überschneidungen mit anderen Entwicklungspartnern zu reduzieren, konzentriert Deutschland in Absprache mit der tansanischen Regierung und den anderen Entwicklungspartnern seine Unterstützung auf die drei folgenden klar definierten Schwerpunkte:

Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

Gesundheit, inklusive AIDS-Prävention

Unterstützung der Dezentralisierung und der kommunalen Selbstverwaltung

Zudem beteiligt sich Deutschland durch Kofinanzierung des Weltbankprogramms zur Armutsbekämpfung (Poverty Reduction Support Credit) direkt am tansanischen Haushalt: Budgethilfe

Bei den letzten bilateralen Regierungsverhandlungen, die im April 2009 in Bonn stattfanden, sagte die Bundesregierung Tansania für drei Jahre Zusagen in Höhe von 147 Millionen Euro zu. Davon entfallen 120 Millionen Euro auf die Finanzielle Zusammenarbeit und 27 Millionen Euro auf die Technische Zusammenarbeit. Finanzielle Zusammenarbeit    Technische Zusammenarbeit  Zusätzlich sagte der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei seinem Tansania-Besuch im April 2010 weitere 8,5 Mio. Euro zur Unterstützung des Gesundheitssektors im Bereich Familienplanung zu.

Tansania setzt die internationalen Beschlüsse von Paris und Accra zur Steigerung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit beispielhaft um. 2006 verabschiedeten die Geber und die tansanische Regierung die sogenannte Joint Assistance Strategy for Tanzania (JAST), die konkrete Vereinbarungen zu internationaler Arbeitsteilung und Harmonisierung enthält.

Die deutsche Entwicklungspolitik wird geplant und verantwortet durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die deutsche Botschaft in Tansania ist verantwortlich für die Zusammenarbeit mit der Partnerregierung und den anderen Entwicklungspartnern. Ebenso verfolgt und koordiniert sie die Umsetzung der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit durch die folgenden in Tansania tätigen deutschen Durchführungsorganisationen:

       -   KfW-Entwicklungsbank (finanzielle Zusammenarbeit)

       - Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit/GIZ (technische Zusammenarbeit)

            Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit /GTZ heißt seit dem 1 Januar ,,Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit"  (GIZ). Die Änderung des Namens der GTZ in GIZ ist ein Element der Reform der deutschen Technischen Zusammenarbeit. Ziel dieser Reform ist die Steigerung der Effizienz und Wirksamkeit der Technischen Zusammenarbeit durch Vereinheitlichung der Strukturen und Verfahren in einer Hand. Im Rahmen dieser Reform werden außerdem der Deutsche Entwiklungsdienst (DED) und die Internationale Weiterbildung und Entwicklung (InWent) zum 1. Januar 2011 mit der GTZ fusioniert, die die Arbeit von DED und InWent weiterführt. Seit Anfang 2011 gibt es also nur noch eine Durchfürungsorganisation für staatliche Techchnische Zusammenarbeit unter dem Namen ,,Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit" (GIZ). Sie fürt die Arbeit der folgenden früheren Organisationen weiter:

         -(bislang) Deutsche Gesellschaft  für Technische Zusammenarbeit (GTZ)

         - (bislang) Deutscher Entwicklungsdienst (DED)

         - (bislang) Centrum für Internationale Migration (CIM)

         - (bislang) Internationale Weiterbildungs- und Entwicklungsgesellschaft (InWEnt )

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft ein Unternehmen der Kfw Banken(DEG), stellt privaten Unternehmen langfristiges Kapital zur Finanzierung von entwicklungspolitisch sinnvollen Investitionen zur Verfügung.

Seit 1964 hat die DEG insgesamt 23 Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 94 Mio EUR finanziert. Zurzeit werden 5 Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Stahlverarbeitung, Fischarbeitung und Transport mit einem Gesamtvolumen von 28 Mio EUR finanziert. DEG

Die Deutsche Botschaft in Daressalam unterhält ein Programm zur Förderung von Kleinstprojekten, um schnelle und flexible Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen auf Basisebene zu leisten. Weitere Informationen und Antragsformular finden Sie hier: Kleinstprojekte


Weitere Formen der Zusammenarbeit

Neben der direkten bilateralen Zusammenarbeit trägt Deutschland auch entscheidend zu multilateralen Programmen bei; so beträgt der deutsche Anteil an der Entwicklungspolitik der Europäischen Union ca. 20%, an der Weltbank ca. 7% und an der Afrikanischen Entwicklungsbank ca. 5%.


Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert auch Aktivitäten anderer Akteure. Die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und kirchlichen Organisationen ist ein wichtiges Element der deutschen Entwicklungspolitik.

Vier deutsche politische Stiftungen sind in Tansania tätig: Konrad Adenauer Stiftung   Friedrich Ebert Stiftung   Friedrich Naumann Stiftung   Hanns Seidel Stiftung

 Sie unterstützen eine Vielzahl von Programmen zur Demokratieförderung in Tansania.

Experten der deutschen Bundeswehr unterstützen die tansanische Armee bei Zivilprojekten.

Deutschland unterstützt auch Regionalorganisationen wie die Ostafrikanische Gemeinschaft (East African Community/EAC). Seit 1998 hat Deutschland die EAC mit 47,7 Millionen Euro unterstützt; darin ist die deutsche Drei-Jahres-Zusage bei den letzten Regierungsverhandlungen mit der EAC in Arusha vom März 2009 in Höhe von 14 Millionen Euro bereits enthalten. Als Schwerpunkte für die Zusammenarbeit mit EAC wurden die Unterstützung des EAC-Integrationsprozesses sowie Konfliktprävention vereinbart. Mit Finanzieller Zusammenarbeit in Höhe von 14 Millionen Euro finanziert die deutsche Regierung auch den Bau des neuen EAC-Büros in Arusha.

Tansania ist ein bevorzugtes Zielland von „Weltwärts“, dem neuen Freiwilligendienst des Bundesentwicklungsministeriums . Damit wird jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren ermöglicht, sich mit finanzieller Unterstützung ehrenamtlich zwischen sechs und 24 Monate in Entwicklungsländern zu engagieren (www.weltwaerts.de)Entschuldung

HIPC-Iniative Tansania nahm seit April 2000 an der erweiterten HIPC-Initiative teil und erreichte im November 2001 den Vollendungszeitpunkt. Schulden in Höhe von drei Milliarden US-Dollar wurden daraufhin erlassen. Zudem profitierte Tansania auch von der Multilateralen Schuldenlast-Initiative (MDRI), die im Juni 2005 von den G8-Staaten in Gleneagles beschlossen wurde. Dem Land wurden alle Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbanktochter (International Development Association) und dem Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF) erlassen. Die frei werdenden Mittel sollen zur Armutsminderung und Wachstumssteigerung eingesetzt werden. Die Gesamtentlastung im Rahmen der beiden Entschuldungsinitiativen betrug rund 6,8 Milliarden US-Dollar. Deutschland hat Tansania sämtliche bilaterale Schulden in Höhe von rund 338 Millionen Euro erlassen.



Entwicklungszusammenarbeit

BILATERALE ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

etwa 53 Mio. Euro jährlich

1. Bilaterale Zusammenarbeit

  etwa 49 Mio. Euro

· Staatliche Entwicklungszusammenarbeit, ausgeführt durch GTZ, KfW, DED, CIM and InWent

Beiträge entsprechend den Sektorschwerpunkten:

· Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung 30%

· Gesundheitswesen (inkl. HIV/AIDS-Prävention) 30%

· Unterstützung lokaler Prozesse guter Regierungsführung/Dezentralisierung 20%

· Allgemeine Budgethilfe 20%

2. Staatliche Mitfinanzierung der Aktivitäten anderer deutscher Organisationen in Tansania

etwa 4 Mio. Euro

· Nichtregierungsorganisationen

· Kirchen/ kirchliche Organisationen

· Stiftungen

· Bundeswehr (zivile Projekte)